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Willkommen



„Was ich sonst mache oder sage, kann die Struktur des Universums nicht ändern. Aber vielleicht kann meine Stimme der größten Sache dienen: Eintracht unter den Menschen und Friede auf Erden.“ 

Albert Einstein


Reichspogromnacht 9. November 1938 in Müllheim: Die Täter

Am Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 hatte der Friedensrat Markgräflerland wie in den Jahren zuvor zu einem Schweigemarsch zur Erinnerung an die ermordeten jüdischen Müllheimer aufgerufen.

Uli Rodewald vom Friedensrat schilderte zu Beginn die Verfolgung der jüdischen Menschen in Müllheim und benannte die Täter, die in in der Nacht vom 9.auf den 10. November 1938 in die Häuser der jüdischen Mitbürger eindrangen, sie verwüsteten und die jüdischen Menschen drangsalierten.

Hier dokumentieren wir seine Ausführungen:

9. November 2021
Schweigemarsch für die ermordeten jüidischen Müllheimer

Ansprache von Uli Rodewald, Friedensrat Markgräflerland, vor der Evangelischen Stadtkirche in Müllheim:

Wir sind heute zusammengekommen, um der jüdischen Menschen aus Müllheim und Badenweiler zu gedenken, die von den Nazis ermordet wurden.
Am Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in Müllheim werden wir wieder die Namen dieser Menschen nennen.
Zu denen,  die wir in Vorjahren genannt haben, haben wir in diesem Jahr 11 weitere Namen jüdischer Menschen hinzugefügt, die in Müllheim geboren wurden und  die wir in verschiedenen Quellen gefunden haben. Es sind diese:
Betha Alexander, Babette Bloch, Klara Bloch, Louis Bloch, Judith Feibelmann, Hermine Goldstein, Emil Maier, Moritz Maier, Julius Meyer, Sara (Anna) Weil, Max Weiler.

Wenn wir der Opfer gedenken, dürfen wir von den Tätern nicht schweigen.
Wer drang in der Nacht vom 9.auf den 10. November in die Häuser der jüdischen Mitbürger ein und verwüstete sie?

Zumindest über einige geben Akten im Staatsarchiv Freiburg darüber Auskunft:

Am 18. März 1948 erhob die Badische Staatsanwaltschaft Freiburg Anklage gegen Heinrich Hehl, Bauunternehmer aus Müllheim, Otto Karcher, Schumacher aus Eimeldingen, Friedrich Schmitt, Kraftfahrer aus Müllheim, Gustav Rheinboldt, Justizoberinspektor aus Schmieheim, Eugen Dörflinger, Schulrektor aus Bad Krozingen, Artur Sieber, kaufmännischer Angestellter aus Heidelberg, und Karl Mewes, Kaufmann aus Marzell.


Die Genannten – heute würde von Menschen aus der Mitte der Gesellschaft gesprochen – wurden folgender Straftaten beschuldigt:

„In der Nacht vom 9. /10.11.1938 erhielt Kreisleiter Hugo Grüner in Müllheim von der Gauleitung in Karlsruhe die telefonische Mitteilung, dass der Judenschutz aufgehoben sei, und die Weisung, Massnahmen gegen die im Bezirk Müllheim lebenden Juden zu unternehmen. Noch in der gleichen Nacht rief Grüner Angehörige des Kreisstabes, darunter die angeschuldigten Karcher, Sieber und Mewes auf das Büro der Kreisleitung und veranlasste sie, anschliessend einen sogenannten „Judenschreck“ zu veranstalten. Frühmorgens vor 5 Uhr zog dabei der geschlossenen Trupp unter Anführung des Kreisleiters durch die Strassen der Stadt Müllheim, lärmte, gab Schüsse  in die Luft ab und bewarf Fensterscheiben und Fensterläden der Judenwohnungen mit Steinen.
Am frühen Vormittag begann die eigentliche Aktion, wobei die führenden Parteileute von Müllheim und Umgebung, darunter die angeschuldigten Hehl, Kracher, Schmitt, Rheinboldt und Dörflinger, in mehreren Trupps durch die Strassen der Stadt zogen, in die Häuser und Wohnungen der Juden – teilweise gewaltsam – eindrangen, mit Beilen, Äxten, Stöcken und ähnlichen Werkzeugen die Fenster und das Mobiliar zerschlugen oder dieses durch die Fenster auf die Strasse warfen. Sie bedrohten und beschimpften Juden, die sich in ihren Wohnungen aufhielten oder trieben sie hinaus. Diese Zerstörungen in ungefähr 40 Wohnungen der Stadt dauerten den ganzen Tag über an. In der Synagoge in Müllheim wurden die Fenster, Bänke, Kronleuchter und die Türen des Allerheiligsten schwer beschädigt und die Gesetzestafeln auf den Boden geworfen. Der Friedhof der Juden wurde verwüstet.“

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeschuldigten vor, als Rädelsführer an der Zusammenrottung einer Menschenmenge, die mit vereinten Kräften gegen Personen und Sachen Gewalttätigkeiten beging, teilgenommen zu haben und andere Menschen  aus politischen und rassischen Gründen verfolgt und sich dadurch eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht zu haben.

Wer waren diese Männer, die diese Straftaten begangen? In der Anklageschrift werden die persönlichen Verhältnisse der Angeklagten so geschildert:

1. Heinrich Hehl
geboren am 15.9.1899 in Ittlingen, Besuch der Volksschule. Während des Ersten Weltkrieges von 1917 an Soldat an der Ost-und Westfront, nach seiner Entlassung Bauarbeiter in Konstanz, ab 1927 selbständiger Bauunternehmer in Müllheim.
„Im März 1931 trat Hehl der Partei und im Jahre 1932 der SS bei. Zuletzt war er SS-Oberscharführer. Ratsherr der NSDAP in Müllheim

2.Otto Karcher
geboren 1906 in Eimeldingen, Besuch der Volksschule, Lehre zum Schuhmacher, 1930 Gründung eines eigenen Geschäfts, das er 1934  wieder aufgab. Dann Bediensteter der Reichspost.
Karcher „trat 1928 der Partei bei. Von 1933 bis 1937 war er Ortsgruppenleiter in Eimeldingen. Als gleichzeitiges Mitglied des NSKK (Nationalsozialistisches  Kraftfahrerkorps) brachte er es bis zum Obersturmführer.“

3. Heinrich Schmitt
Geboren 1901 in Heidelberg, als kaufmännischer Angestellter in Heidelberg und Mannheim tätig, „ bis er sich 1927 nach Müllheim verheiratete, wo seine Frau ein Haushalts- und Lebensmittelgeschäft innehatte... .  Über das NSKK., dem er im Jahre 1934 beitrat, kam er 1936 als Kraftfahrer zum Finanzamt Müllheim, später zur NSV. (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt)  in Müllheim. ... . In dem NSKK. brachte er es bis zum Rottenführer, in der Partei bekleidete er kein Amt.“

4. Gustav Adolf Rheinboldt
Geboren 1894 in Strassburg, von 1914 bis 1918 freiwillig im Heeresdienst, „Von 1921 bis 1927 war er bei der Bereitschaftspolizei in Müllheim als Abteilungsschreiber und später als Hauptwachtmeister. Dann trat er als Anwärter bei der Badischen Justizverwaltung ein.
Der Partei trat er 1933 bei. Seit 1938 oder 1939 versah er das Amt eines stellvertretenden Kreisamtsleiters. Von 1933 bis 1934 war er Angehöriger der SA; als Obertruppführer schied er krankheitshalber aus. Im Jahre 19434 trat er erneut bei. Seit 1935 oder 1936 war er ausserdem Blockleiter.

5. Eugen Dörflinger
geboren 1900 in Freiburg. „ Zur Zeit der Judenaktion(sic)war er Lehrer in Zunzingen (Kreis Müllheim); am 1.5.1933 trat er der Partei bei. Am 1.8.1938 wurde er Kriesschulungsleiter im Bezirk Müllheim.“

6. Artur Sieber
Geboren 1910 in Stockach, Besuch der Realschule in Müllheim, Nach Abbruch des Jurastudiums arbeitslos, dann Schreibgehilfe und Kraftfahrer bei der Kreisleitung der Partei in Müllheim.
„Der Partei und der SA war er am 1.5.1933 beigetrten. Im Jahr 1939 kam er als , Kreishauptstellenleiter nach Rastatt.“

7. Karl Mewes
Geboren 1897 in Ensisheim, nach Besuch der Handelsschule Bürolehrling in einer Rechtsanwaltskanzlei. „Von 1920 bis 1928 war er in Staufen als Buchhalter tätig und dann     4 Jahre hindurch Teilhaber bei der Firma Uhren- Apparatebau in Staufen. ... 1935 wurde er auf der Kreisleitung in Staufen als Kassenleiter hauptamtlich angestellt.“
„Mewes trat am 1.5.1933 der Partei bei. Von 1933 bis 1934 war er auch Mitglied er SA.“

Im Pozess bestreiten fast alle Angeklagten ihre Beteiligung an den Ausschreitungen oder versuchen sie zu verharmlosen:


Heinrich Hehl versteigt sich gar zu der zynischen Aussage: „Als er morgens an der Wohnung Zivi vorbeigekommen sei, habe er sogar den Eindruck gehabrt, als ob Frau Zivi ihm mit einem Glas Rotwein zutrinken wolle.“

Otto Karcher bestreitet „ bis auf das   Hinauswerfen eines Teetisches aus dem Hause Heim jede aktive Beteiligung; auch bei dem „Judenschreck“ will er nicht dabeigewesen sein.

Gustav Rheinboldt will die Zerstörungen nur angesehen haben.

Eugen Dörflinger „will sich nur möglicherweise untätig in einer jüdischen Wohnung aufgehalten haben.

Artur Sieber gibt zu, sich am „Judenschreck“ beteiligt zu haben.

Karl Mewes macht geltend, dass er „als Angestellter der Kreisleitung dem Befehl des Kreisleiters sich nicht habe widersetzen können."

Nur Heinrich Schmitt gibt seine Beteiligung zu. „Er will  1 ½ Stunden lang bei der Zerstörung von 8 Wohnungen mitgewirkt haben.

Im August 1948 werden die Angeklagten zu folgenden Strafen verurteilt:

Heinrich Hehl zu einer Gefängnisstrafe von 2 ½ Jahren
Otto Karcher zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren
Heinrich Schmitt zu einer Gefängnisstrafe von 1 ½  Jahren
Gustav Rheinboldt zu einer Gefängnisstrafe von 10 Monaten
Eugen Dörflinger zu einer Gefängsnisstrafe von 3 Monaten
Karl Mewes zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten.
Artur Sieber zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten

Diese Strafen wurden nur teilweise vollzogen. Die Angeklagten stellten Anträge auf Gnadenerweise. Und nicht nur sie. Auch der Evangelische Kirchengemeinederat von Müllheim setzte sich für Hehl ein  und bat um seine Begnadigung.

Otto Karcher wurden 179 Straftage erlassen
Heinrich Schmitt wurden 272 Straftage erlassen
Gustav Rheinboldt wurden 73 Tage Haft erlassen
Eugen Dörflinger wurde die Strafe erlassen
Karl Mewese wurde die Strafe erlassen
Artur Sieber wurden 70 Straftage erlassen.

Heinrich Hehl befand seit dem 2. Mai 1945 wegen Misshandlung von Kriegsgefangenen in französischer Haft und wurde im April 1948 zu einer 10 jährigen Gefängnisstrafe verurteilt.  Im Dezember 1954  wird er daraus durch Gnadenerweis entlassen. Im März 1955 wird Hehl die Strafe aus dem Urteil des Schwurgerichts Freiburg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Wege der Gnade erlassen.

"Durch die Ermittlungen  der Staatsanwaltschaft .... konnten die Vorfälle vom 10. November 1938 in Müllheim nur teilweise aufgeklärt werden. Ungeklärt blieb insbesondere, wer die Zerstörungen auf dem jüdischen Friedhof und in der Synagoge vorgenommen hat.  ....   Nach der Beweisaufnahme steht auch fest, dass die Angeklagten auch bei den Zerstörungen der jüdischen Wohnungen nur ein Teil der Täter waren. Weit mehr Personen haben sich an diesen Zertsörungen beteiligt, .... von einem grossen Teil der Täter fehlen aber nähere Angaben vollständig.“

Im wesentlichen waren es immer die gleichen Parteileute, die sich mit Stöcken, Beilen, Äxten usw. betätigten, sie veranlassten aber auch andere, darunter junge Burschen, mitzumachen. Der Grossteil der Bevölkerung beteiligte sich nicht, setzte sich aber andererseits auch nicht für ihre jüdischen Mitbürger ein."

Wir sind heute auch zusammenkommen um der Opfer dieser zu gedenken und weil wir nicht wollen, dass solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit sich wiederholen. Wir Nachgeborenen sind nicht verantwortlich für die Verbrechen unsererer Vorfahren. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.

(Alle Zitate aus den Akten des Staatsarchivs Freiburg; F176/1 - 940 ff)

Die Badische Zeitung fasste die Ausführungen so zusammen:

 

 

Im November finden die

45. Markgräfler

Friedenswochen statt.

 

Sie bieten wieder ein

reiches Programm für

Diskussion und Aktion

zu den Themen:

 

Entschieden für Frieden-

gegen rechte Hetze!

 

Wir wünschen uns eine

rege Teilnahme.

 

45. Markgräfler Friedenswochen

Entschieden für Frieden - gegen rechte Hetze!

Zum 45. Mal finden in diesem November die Markgräfler Friedenswochen statt. Deren Veranstaltungen machen aufmerksam auf die Gefährdungen des Friedens in Inneren unserer Gesellschaft durch erstarkende nationalistische Kräfte. Und sie verweisen auf das unzulängliche Engagement  Deutschlands für eine Politik der zivilen Konfliktbewältigung.

So sind sind in den letzten Jahren viele Millionen Euro in den Ausbau der Deutsch-Französischen Brigade geflossen. Öffentliche Gelder. Steuergelder.

21 Millionen Euro allein für eine Schiessanlage in Eschbach. Mittel, die für militärische Zwecke ausgegeben werden, fehlen für den zivilen Bereich. Um auf die Notwendigkeit ziviler Konfliktlösungen aufmerksam zu machen, ruft der Friedensrat am 4. und am 18. November zu Mahnwachen vor der Kaserne der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim auf.

Am 9. November veranstaltet der Friedenrat anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht, in der auch die Synagoge in Müllheim geschändet wurde, einen  Schweigemarsch zum Gedenken an die von den Nazis ermordeten jüdischen Müllheimer. Der Opfer der Nazis gedenken heißt heute: Aufstehen gegen Rassismus und  Neofaschismus in unserer Zeit.

Am Sonntag, den 14. November lädt die Evangelische Kirchengemeinde Bad Krozingen zu einen Gottesdienst in die Christuskirche zum Gedenken an die Reichsprogromnacht 1938 ein. Der Gottesdienst findet statt in Kooperation mit studentischen Vertreterinnen von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) aus Freiburg.

Weil er eine deutsche Frau liebte, wurde der polnische Zwangsarbeiter Julian Garlewicz von den Nazis gehängt.  Am Jahrestag der Hinrichtung von Julian Garlewicz, am 13. November findet eine Gedenkveranstaltung auf dem Alten Friedhof in Niederweiler statt.

Europa erlebte im letzten Jahrhundert zwei große Kriege. Am Volkstrauertag, den 14. November, wird der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Der Friedensrat setzt sich ein für einen Volkstrauertag ohne Militär, denn den bisherigen Opfern sollen keine neuen hinzugefügt werden .

Der DGB Markgräflerland zeigt am 23. November den Dokumentarfilm "Die Stille Schreit" über das Schicksal von zwei jüdischen Familen aus Ausgburg im Müllheimer Kino. Wie ist es ihnen ergangen, was ist aus ihren Häusern und ihren Geschäften geworden und was ist das für eine "Stille", die da - mehr als 70 Jahre später - "schreit"? Am Ende des Filmes besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit dem Filmemacher Josef Pröll.

Die Veranstalter wüschen den Veranstaltungen der 45. Markgräfler Friedenwochen einen regen Besuch.

Warum Markgräfler Friedenswochen?

 ... weil 2021 der Kriegshaushalt auf 46,93 Mrd. Euro steigt, mit den versteckten Militärausgaben sogar auf 53,03 Mrd.€. Mehr als die Etats für Bildung und Gesundheit zusammen. Jedem Bundesbürger, ob jung oder alt, kostet damit das Militär bereits   638 Euro, für eine vierköpfige Familie sind das 2552 Euro im Jahr. Und die Bundesregierung will die Rüstungsausgaben künftig nahezu auf zwei Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung (BIP)  verdoppeln. Bis 2024 sind 80 Mrd. Euro geplant.

 ... weil die Milliarden Euro für Rüstung und Krieg im zivilen Bereich fehlen, bei Schulen und Kitas, sozialem Wohnungsbau, Krankenhäusern, öffentlichem Nahverkehr, kommunaler Infrastruktur, Alterssicherung und in vielen anderen Bereichen.

 Entschieden für Frieden

 ... weil es an der Zeit ist, sich modernen Konfliktlösungen zuzuwenden, die ohne Waffen und Gewalt und ohne wechselseitiges Töten auskommen. Sage niemand, dies sei unmöglich. Das Einzige, was dazu feht, ist der politische Wille die unermesslichen Mittel, die eine gewalttätige Politik für Kriege verschwendet, für die Beseitigung der Kriegsursachen einzusetzen: Soziale Ungleichheit, politisches Unvermögen, Profitgier und Korruption.                        

... weil Kriege nach außen, der Kampf jeder gegen jeden im Innern unserer Gesellschaft zwei Seiten des Neoliberalismus sind, einer Weltanschaung die uns das nimmt, was uns menschlich macht.

 und gegen rechte Hetze!

 ... weil es Zeit ist aufzuschreien, da zum zweiten Mal in Folge die AfD mit einem zweistelligen Ergebnis in den Deutschen Bundestag einzieht und trotz eindeutiger Verstrickung weit ins neofaschistische Milieu, auf Bundesebene nur knapp zwei Prozent gegenüber 2017 verliert.

... weil in diesem Land rechtsextreme Positionen verankert sind. In manchen Bundesländern ist die AfD sogar zur festen Größe und Volkspartei avanciert. In Sachsen und Thüringen schafft es die AfD mit rund einem Viertel der Stimmen auf Platz eins. Zwar hat die AfD  auch in Baden-Württemberg an Stimmen verloren; aber es stimmten immer noch mehr als eine halbe Million Menschen, nämlich  571162 WählerInnen für diese Partei. Und auch im Wahlkreis Lörrach-Müllheim stimmten 8,2 Prozent der Wählenden für die AfD.

... weil angesichts der Geschichte unseres Landes jede Verharmlosung der AfD-Wahlergebnisse nicht nur unwürdig, sondern auch brandgefährlich ist. In dieser Situation kommt es darauf, sich ohne Wenn und Aber gegen Rassismus und für eine gerechte und friedliche Gesellschaft zu positionieren .So entschieden wir für Frieden eintreten, so entschieden treten wir auf gegen Hass, Rassismus und rechten Terror!
► Plakat als PDF

Der Flyer zum downloaden - die Vorderseite

► Flyer Vorderseite als PDF

 Der Flyer zum downloaden - die Rückseite

Flyer Rückseite als PDF

Unsere Plakate

 für den Schweigemarsch am 9. November sind jetzt auch

 

im Stadtbild zu sehen:

 

Zum Gedenken an die „Reichspogromnacht“, in der 1938 auch die Synagoge in Müllheim geschändet wurde,  veranstaltet der Friedensrat Markgräflerland am Dienstag, den 9. November einen Schweigemarsch zum Gedenken an die ermordeten jüdischen Müllheimer - gegen die Pogrome von heute.Treffpunkt ist um 17.00 Uhr an der Evangelischen Stadtkirche in Müllheim in der Werderstr. Der Zug führt zum Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in Müllheim.
Der Friedensrat Markgräflerland ruft alle Menschen, denen das Schicksal der Verfolgten und Opfer von Faschismus und Rassismus nicht gleichgültig ist, zur Teilnahme am Schweigemarsch auf.

Die Veranstaltungen der 45. Markgräfler Friedenswochen

Donnerstag,

4. November 2021

15.30 Uhr

FRIEDEN STATT

aaaaKRIEG!

Protest an der  aaaaaKaserne  Deutsch-aaaaaFranzösischen aaaaaBrigade

Ort:  Kreuzung Schwarzwaldstr./Hügelheimer Str. – Müllheim

Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland

         

►Das Lied zum Hören

Dienstag,

9. November 2021 

17 Uhr

Schweigemarsch zum Gedenken an die ermordeten jüdischen Müllheimer

Gegen die Pogrome von heute

Ort: Evang. Stadtkirche in der Werderstraße, Müllheim

Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland

 

Samstag,

13. November 2021

15 Uhr

Gedenken an   aaaaJulian Garlewicz

einen polnischer Zwangsarbeiter, der 1942 in Niederweiler ermordet wurde, weil er eine deutsche Frau liebte

Ort: Friedhof Niederweiler

Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland

 

Julian Garlewicz - Leben und Tod eines polnischen Zwangsarbeiters

 

Sonntag, 14.11.2021

10 Uhr

Gottesdienst zum Gedenken an die Reichsprogromnacht 1938
 

Christuskirche Bad Krozingen

Veranstalter:Evang. Kirchengemeinde Bad Krozingen


Die Evangelische Kirchengemeinde Bad Krozingen veranstaltet am Sonntag den  14.11.2021 um 10.00 Uhr einen Gottesdienst zum Gedenken an die Reichsprogromnacht 1938. Der Gottesdienst findet statt in Kooperation mit studentischen Vertreterinnen von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) aus Freiburg.

Ort:
Christuskirche Bad Krozingen
Schwarzwaldstraße 7
79189 Bad Krozingen

Sonntag,

14. November 2021

11.30 Uhr

Volkstrauertag    aaaa ohne Militär

Den Opfern vergangener Kriege keine neuen Opfer hinzufügen!

Ort: Alter Friedhof Müllheim

 

►Für eine Kultur des Friedens - Für einen Volkstrauertag ohne Militär


Am Volkstrauertag wird der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Auch in Müllheim. So sehr der Friedensrat Markgräflerland sich auch für ein solches Gedenken als mahnende Erinnerung an die Forderung „Nie wieder Krieg!“ einsetzt, so wenig darf aus seiner Sicht dieser Tag missbraucht werden zur Rechtfertigung Opfer neuer Kriege.
Aus Sicht des Friedensrats stellt die Teilnahme von Militärs an diesen Gedenkfeiern jedoch genau einen solchen Mißbrauch dar. Dieser Gedenktag aber braucht vor allem ein klares Bekenntnis zu zu einer Politik der friedlichen Konfliktlösungen.
"Der Volkstrauertag ist verlogen, wenn wir um Tote der vergangenen Kriege weinen und an den Toten der aktuellen Kriege verdienen" so die ehemalige EKD Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann.
Um darauf aufmerksam zu machen, war der Friedensrat Markgräflerland auf der Gedenkfeier in Müllheim zugegen mit einem Transparent, auf dem zu lesen war: "Beendet die Kriege, den Hass die Gewalt!" Statt einen Kranz niederzulegen, knüpften Vertreter des Friedensrates Friedenzeichen an Büsche beim Denkmal für die getöteten Soldaten.
Mit vielen anderen setzt sich der Friedensrat für eine Politik ein, die auf zivile Konfliktlösungen baut.
Darauf auch am Volkstrauertag hinweisen, sieht der Friedensrat auch einen Beitrag zur notwendigen Diskussion um eine Kultur des Friedens. 

Kriegsdenkmale im Markgräflerland

Für einen Volkstrauertag ohne Miltitär

Donnerstag,

18. November 2021

15.30 Uhr

FRIEDEN STATT

aaaaKRIEG!

Protest an der  aaaaaKaserne  Deutsch-aaaaaFranzösischen aaaaaBrigade

Ort:  Kreuzung Schwarzwaldstr./Hügelheimer Str. – Müllheim

Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland

Dienstag,

23. November 2021 

19 Uhr

"Die Stille schreit"

            Dokumentarfilm über Schicksal von zwei jüdischen Familien aus Augsburg

Am Ende des Filmes besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit     dem Filmemacher Josef Pröll - Eintritt frei -

Ort: Kino Müllheim, Werderstr.

Veranstalter: DGB Markgräflerland


Alarm: Zum Ergebnis der AfD bei den Bundestagswahlen

 

Wir veröffentlichen Auszüge aus der Pressemitteilung "neue deutsche organisationen" zum Ergebnis der AfD bei der Bundestagswahl 2021:

Alarmsignal für die Demokratie

"Zum zweiten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte zieht eine rechtsextreme Partei mit einem zweistelligen Ergebnis in den Bundestag ein – der Aufschrei bleibt aus. Das ist die wahre Zeitenwende.

Seit vorgestern ist klar: Zum zweiten Mal in Folge zieht die AfD mit einem zweistelligen Ergebnis in den Deutschen Bundestag ein. Trotz eindeutiger Verstrickung weit ins rechtsextreme Milieu, zerstrittener Parteiführung und Spendenskandalen verliert die AfD auf Bundesebene nur knapp zwei Prozent gegenüber 2017. Der Aufstieg der AfD ist also keineswegs nur eine „Reaktion“ auf die sogenannte „Flüchtlingskrise“.

Rechtsextreme Positionen sind in diesem Land verankert. In manchen Bundesländern ist die AfD sogar zur festen Größe und Volkspartei avanciert. In Sachsen und Thüringen schafft es die AfD mit rund einem Viertel der Stimmen auf Platz eins, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf Platz zwei. Der Sieg für die AfD im Osten ist auch ein Sieg für das radikale Lager in der Partei. „Es ist ein Skandal, aber die bittere Wahrheit, dass die meisten Parteien und Medien dies als Normalität akzeptieren“, sagt ndo-Vorsitzende Sheila Mysorekar. 

Für uns Schwarze Menschen, People of Color, Jüd*innen und andere marginalisierte Gruppen in dieser Gesellschaft sind die Ergebnisse der AfD ein Angriff auf unsere bloße Existenz. Die ausbleibenden Reaktionen der anderen Parteien darauf sind ein weiterer Schlag ins Gesicht. Angesichts der Geschichte dieses Landes ist die Verharmlosung der AfD-Wahlergebnisse nicht nur unwürdig, sondern auch brandgefährlich."

( Zu den ndo: Das postmigrantische Netzwerk "neue deutsche organisationen" ist ein Zusammenschluss von 130 Initiativen aus ganz Deutschland, die sich für Vielfalt und gegen Rassismus engagieren. Die Geschäftsstelle wird gefördert durch die Stiftung Mercator. )

 



AntiKriegstag 2021 im Markgräflerland

Da wir Aktiven über den 1. September in  Polen auf den Spuren des  Überfalls  der deutschen Faschisten auf unser Nachbarland sind, können wir keine Veranstaltung zum AntKriegstag im Markgräflerland organisieren.

Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere ►Fragen zu Afghanistan und Veröffentlichen den Aufruf des DGB zum AntiKriegstag 2021

1. September 2021 - Antkriegstag

Am 1. September vor 80 Jahren griff Nazi-Deutschland das Nachbarland Polen an und begann damit den Zweiten Weltkrieg, der mehr als 60 Millionen Menschen das Leben kostete. Der Antikriegstag  am 1. September ist ein zentraler Tag der Erinnerung und des Mahnens: Kriege kommen nicht über uns – sie werden gemacht. Gewalt geht von Menschen aus – und trifft Menschen. Sie werden getötet, verwundet und vertrieben. Ihr Leben wird bis in die Grundfesten erschüttert - während andere aus Kriegen Profite schlagen und ihre Machtinteressen durchsetzen.

Daran erinnern die Gewerkschafts- und die Friedensbewegung nicht nur am Antikriegstag: Es soll kein Krieg von deutschem Boden ausgehen - und auch nicht von anderswo.

Anne-Katrin Vetter und Ulrich Rodewald vom Friedensrat Markgräflerland suchen momentan Orte in Polen auf, in denen auch Menschen aus dem Markgräflerland von den Nazis ermordet wurden.

Im Nordosten Polens, in dem kleinen Dorf Starzynski Dwor, stiessen sie dabei auf dieses Denkmal, das einen überlebenden Soldaten der Roten Armee der Sowjetunion zeigt.

 

Mit diesen Bildern des vom polnischen Künstler Wawrzyniec Samp entworfenen Denkmals gedenken wir am 1. September 2021 der Opfer des von den Nazis entfesselten Krieges.

Aus dem Text des Denkmals sagen wir: Wir Menschen sind der Kriege müde!

Beendet die Kriege, den Hass, die Gewalt!

 

 

 

►Hier der link zum PDF download


AFGHANISTAN 2021

Fragen eines lesenden Arbeiters zu Afghanistan anlässlich des AntiKriegstags am 1. September 2021

Besteht Afghanistan nur aus Kabul?
Wie geht es den übrigen Menschen im Land?
Werden "nur" Frauenrechtlerinnen von den Taliban verfolgt?
Wie geht es den übrigen Frauen in Afghanistan ?
Besteht Lebensgefahr "nur" für Menschen, die mit westlichen Militärs zusammengearbeitet haben?
Was ist mit den übrigen 99 Prozent der Menschen?
Haben sie von den Taliban nichts zu fürchten?
Und wenn doch: Werden sie auch ausgeflogen?
Wer sind "die Taliban"?
Haben die möglicherweise Rüchhalt in der Bevölkerung?
Woher kommen sie und welche/wessen Interessen vertreten sie?
Welche/wessen Interessen haben "wir" in Afghanistan vertreten?
Welchen Charakter hatten die Verhandlungen der USA mit den Taliban?
Haben die USA( die Nato) eine Pakt mit "Terroristen" geschlossen?
Wenn die Taliban "ehrenwerte Verhandlungspartner" waren, warum jetzt die Aufregung?
Wenn "unsrere Sicherheit am Hindukusch" zu verteidigen war, wofür müssen wir uns nun fürchten?
"Verteidigen" wir "unsere Sicherheit" nun in Mali?
Wer sind "wir" und was wollen"wir"?

Fragen über Fragen.
Entlarvende Antworten deutscher "verantwortlicher" Politiker, die sich ihrer Verantwortung entledigen.

Und was machen wir?
 
Dem Militarismus keinen Mann und keinen Groschen
"im Interesse des arbeitenden Volkes mußten wir der Regierung, welche eine Verstärkung des Militärs forderte, jeden Mann und jeden Groschen verweigern."
Flugblatt zur Reichstagswahl
Wilhelm Liebknecht
14. Januar 1887 - Karl Liebknecht: Wir bleiben Todfeinde des Militarismus. Diesem System keinen Mann und keinen Groschen!

Wir sagen zum Anti Kriegstag am 1. September 2021:
Diesem System keinen Menschen und keine Cent!
Beendet die Kriege, den Hass, die Gewalt!
Steht auf für den Frieden!

Bertolt Brecht: Fragen eines lesenden Arbeiters

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon
Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die Chinesische Mauer fertig war
Die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? Über wen
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.

Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?

Jede Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?

So viele Berichte.
So viele Fragen.

 

Transparent zum Gedenken an den Völkermord an Roma und Sinti gestohlen.

Aus Anlass des Jahrestages der Ermordung der nach Auschwitz deportierten Roma und Sinti durch die Nazis am 2. August 1944 hatte der Friedensrat Markgräflerland ►ein Transparent in Müllheim angebracht : " Porajmos - Nazi-Völkermord an tausenden Rpoma und Sinti aus ganz Europa am 2.8.1944 im KZ Auschwitz-Birkenau. Wir dürfen das NIE vergessen!"

Ausgerechnet in der Nacht vom 2. auf den 3. August 2021 wurde sogar die Erinnerung an die Ermordung der Sinti und Roma ausgelöscht: Das Transparent wurde abgeschnitte und gestohlen.

Dazu erklärt der Friedensrat Markgräflerland:
"Wer immer dies getan hat, es wird ihm nicht gelingen, die Erinnerung an die Mordtaten der Nazis vergessen zu machen. Der Friedensrat wird auch im nächsten Jahr Porajmos, dem Verschlingen der Roma und Sinti durch die Nazis, gedenken."



 

Hiroshima Tag 2021 im Markgräflerland

Hiroshima Tag im

Markgräflerland:

 


Für eine Welt, die von

(Atom)Waffen nichts hält!

 

Informationen zum Atombombenabwurf auf Hiroshima sind hier zu finden

Hiroshima

► Vorderseite Flyer als PDF

► Rückseite Flyer als PDF

Abwurf der Atombombe auf Nagasaki

Vor 75 Jahren, am 6. und 9. August 1945 wurden auf Befehl der USA Regierung Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen.
Mehr als 100 000 Menschen starben, verbrannten, verdampften, verkohlten.
Hunderttausende leiden bis heute noch an den Folgen dieser Bomben.

Wir gedenken jedes einzelnen Opfers dieser beiden Atombombenanschläge und aller Kriege, die in der Vergangenheit geführt wurden und die in der Gegenwart geführt werden.

75 Jahre sind seither vergangen. So viele Jahre!
Hat sich etwas geändert?

Es gibt immer noch Kriege!

Es gibt immer noch unfassbar viele Menschen, die verbrennen, zerfetzt werden, Familienmitglieder und ihre Heimat verlieren, auf der Flucht sind, auf der Flucht mißhandelt und getötet werden oder auf der Flucht „einfach nur“ ertrinken.

 

Die Art den Waffen hat sich erweitert, das Leid der Menschen ist nach wie vor unermesslich.
Wir sagen NEIN zu Ausgaben für Waffen.
Wir sagen NEIN zur Lösung von Problemen mit Waffen.
Wir sagen JA zu Frieden und Menschlichkeit.

Wir sagen, es muss sich etwas ändern.
Wir müssen etwas ändern.
Was soll sich ändern? Wie können wir was ändern?

Suchen wir richtige Antworten auf  die Fragen:
Gibt es einen gerechten Krieg?
Welcher Gott ist der richtige?
Welcher Gott hat den Waffenverkäufern die Erlaubnis erteilt?
Gibt es eine gerechte Bombe oder gerechtes Gas?
In Kriegen geht es nicht um Waffengang, militärische Objekte, Szenarien, nicht um Nationen, Bündnisse und Armeen. Schöne Worte, die die blutige Wahrheit verstecken sollen.
Es geht um die Durchsetzung von (wirtschaftlichen) Interessen mit militärischer Gewalt.
Der Tod von Menschen mit ihren Hoffnungen und Nöten wird dabei in Kauf genommen.

 

Die Atombombe von Hiroshima wurde von den US-Amerikanern "Little Boy" genannt. Sie war mit drei Metern Länge, einem Durchmesser von 0,7 Metern und einem Gewicht von drei Tonnen kleiner als die Atombombe von Nagasaki und enthielt Uran 235

 

Nach der Kündigung des INF Vertrages (Vetrag zwischen den USA und der Sowjetunion/Rußland über die Vernichtung aller landgestützten nuklearen Mittelstreckensysteme  mit kürzerer und mittlerer Reichweite (500 bis 5500 Kilometer) steht ein neues nukleares Wettrüsten bevor.
Auf dem Militärflugplatz (Fliegerhorst) Büchel bei Cochem an der Mosel sind Atombomben  der USA stationiert . Im Kriegsfall sollen deutsche Soldaten diese Atombomben mit deutschen Militärflugzeugen transportieren und abwerfen.

Dagegen protestieren wir mit der Friedensbewegung weltweit.
Treten wir den Politikern + Vertretern der Parteien auf die Füße, diskutieren wir mit ihnen und fordern wir von ihnen:

Nie wieder Hiroshima! Nie wieder Nagasaki!

Abzug der Atomraketen aus Büchel in der Eifel!
 
Deutschland soll dem Atomwaffenverbot der UNO beitreten und atomwaffenfreie Zone werden!!

Engagiert Euch!
Macht mit bei uns im Friedensrat.

Kontakt: friedensrat-muellheim(at)gmx(dot)de

 

WISHFUL THINKING -

HIROSHIMA

There's a shadow of a man at Hiroshima
where he'd pass the noon
in a wonderland at Hiroshima
'neath the August moon
And the world remembers his face
- remembers the place was here...
Fly metal bird to Hiroshima
and away your load
Speak the magic word to Hiroshima
let the sky explode
And the world remembers his name
- remembers the flame was here...
Hiroshima
And the world remembers his name
- remembers the flame was here...
Hiroshima...

(Hiroshima, Japanese city of three hundred thousand people Ceased to exist at 9: 15 on a Monday morning
While going about its business in the sunshine of a hot summer day.
It vanished in a huge ball of fire and a cloud of boiling smoke
Obliterated by the first atom bomb used in the history of world war terror
Such is the electrifying report of the American crew of the superforce who dropped the bomb as a cataclysmic warning to the Japs to get out of war or be destroyed.
Hiroshima, the whole crew agreed was blotted out but a flash more brilliant than the sun)

Nazim Hikmet

Das kleine tote Mädchen
   
Ich klopf an deiner Türe an,
– bei wieviel Türen ich schon war! –
wenn mich auch keiner sehen kann;
denn die Toten sind unsichtbar.

Ich lebte in Hiroshima
Das ist zehn Jahre her
Jetzt bleib‘ ich für immer sieben Jahr‘
Tote Kinder wachsen nicht mehr.


Zuerst fing das Feuer mein Haar,
dann sind mir die Augen verbrannt,
die Hände-,mein Blut ist verdampft.
Bis ich nun mehr Asche war.

Nichts Liebes mehr tun könnt ihr mir.
Nichts, nichts. Ihr müsst bedenken,
ein Kind ist verbrannt wie Papier.
Ihr könnt ihm nichts mehr schenken.

Leis’ klopf ich an eure Türen
Gebt mir eure Unterschrift
Dass es nie mehr Kinder trifft,
dass nie mehr Kinder verbrennen,
und dass sie Bonbons essen können

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=fhLw2e5LDjw

 

Zum Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg am 8. Mai hatte der Friedensrat Markgräflerland zu einer Gedenkveranstaltung an die Gräber der 58 Kindern von Zwagsarbeiterinnen auf den Alten Friedhof in Müllheim eingeladen. Diese Kinder starben noch unmittelber nach Beendigung der Nazi Herrschaft an deren Folgen.
Anne-Katrin Vetter vom Friedensrat Markgräflerland machte deutlich, unter welchen unmenschlichen Bedingungen die Zwangsarbeiter in Nazi Deutschland litten: "Was da aber noch dran hing war Brutalität, absolute Entbehrung, keine soziale und medizinische Hilfe, Hunger, Hass, Quälen, meistens unmenschliche Unterbringung, tiefstes Entsetzen, Trauer, Verzweiflung, Selbstmord, kein Familienleben, kein Verständnis, würdelose Behandlung, Sterben, Ermordung, Lynchen, jämmerliches Verrecken. Und unter diesen schlimmen Lebensbedingungen kamen diese 58 Kinder auf die Welt, litten darunter und starben daran."
► Rede von Anne-Katrin Vetter zum Tag der Befreiung auf dem Alten Friedhof in Müllheim
 
Dann verlasen die Teilnehmer die Namen der verstorbenen Kinder und knüpften Bänder mit deren Namen an die umstehende Bäumen. Jedes Band geschmückt mit einem Vergissmeinnicht.
"Jedes Kind hatte einen Namen, jedes Kind hatte einen Vater und eine Mutter, jedes Kind hat eine glückliche Kindheit verdient. Darum ist es so wichtig, an die Kinder zu denken, denen man all das weggenomen hat und darum ist es so wichtig, an diese Kinder zu erinnern und sie nie, wirklich niemals zu vergessen," schrieb die  Liedermacherin Bettina Wegner an den Friedensrat und  mit ihren Lied "Sind so kleine Hände", das Felix Hempel auf dem Fagott begleitete, wurde die Veranstaltung beendet.

So berichet der "Rebland Kurier" über unsere Veranstaltung:

Niezapominajka - so heisst auf polnisch das Vergissmeinnicht

Vergesst nicht den 8. Mai 1945 - den Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

► 8. Mai - Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

"Dass mein werter Name als Nazi-Gegner in tausend Jahren noch im Strafregister stehen wird, darauf werd ich stets stolz sein."

Edwin Bruckert, Bergmann und Landwirt aus Buggingen (Markgräflerland)
wegen seiner Nazi Gegnerschaft 1944 vom Sondergericht Freiburg zu einer Gefängnisstrafe verurteilt

► 8. Mai - Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

8. Mai 1945
Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

Am 8. Mai 2021 feiern wir zum 76. Mal den Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg.  Auch das Markgräflerland im Südwesten Deutschlands wurde von den Nazis befreit – und vom Krieg.
Heute wird der 8. Mai 1945 von vielen Europäern gefeiert und ist Teil eines kollektiven europäischen Gedächtnisses.

Dazu gibt es allen Grund - vor allem in Deutschland. Denn nach dem 8. Mai 1945 konnte ein demokratischer Neuanfang beginnen.
Die Überlebenden des Naziterrors, Opfer des Faschismus, wollten ein Land ohne Krieg und Terror errichten, demokratisch, frei und solidarisch.
Diesen Tag gilt es - so der Friedensrat Markgräflerland - zu würdigen und zu feiern.


Deshalb lädt der Friedensrat Markgräflerland - unter Beachtung der aktuellen Coronamaßnahmen wie Mundschutz und Abstandshaltung - ein zur Erinnerung an die doppelte Befreiung von Faschismus und Krieg an den Gräbern der Zwangsarbeiterkinder auf dem Alten Friedhof in Müllheim am Samstag, 8. Mai 2021 um 15 Uhr: Niezapominajka! - Vergiss mein nicht!

 

► das Plakat zum downloaden

► 8. Mai - Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

 


Erfolgreicher Ostermarsch 2021 in Müllheim mit über 200 Teilnehmern

Ostermontag ist im Südwesten Ostermarschzeit. Friedensrat Markgräflerland und DGB Markgräflerland hatten auch in diesem Jahr dazu vor die Kaserne der Deutsch Französischen Brigade in Müllheim eingeladen und über 200 Menschen waren der Einladung trotz Corona gefolgt.

 

Uli Rodewald vom Friedensrat Markgräflerland betonte es sei gerade gegenwärtige wichtig, dass sich wirkliche Menschen in wirklichen Aktionen für den Frieden einsetzten, da die gegenwärtige Politik harte Aufrüstungsziele verfolge. Diese seien mit einem bloß vituellen Protest nicht zu stoppen.  
Rodewald setzte sich mit der gegenwärtigen gewalttätigen Politik auseinander und forderte, Konfliktlösungen sollten konsequent mit zivilen Mitten erfolgen. Dafür fehlten nicht die Mittel, sondern der politische  Wille.
Eine Politik der Abrüstung statt einer immer höherern Aufrüstung forderte auch Claudia Moening vom DGB Markgräflerland ein und verurteilte die geplante Ausrüstung der Bundeswehr mit neuen Kampfflugzeugen, die auch mit Atomwaffen bestückt werden können.
Nach einem Ostermarsch durch die Stadt, auf dem immer wieder die Forderung nach "Frieden schaffen ohne Waffen"zu hören war,
wurden die Teilnehmer auf dem Marktplatz von Musikern aus dem Roma Büro Freiburg mit lebensfroher Musik begrüßt, die es den Zuhörern warm ums Herz und auch an den Händen werden ließ.
Auf der Kundgebung auf dem Marktplatz in Müllheim forderte Uta Pfefferle vom Freiburger Friedensforum in ihrer Rede den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag und warb für die
Städteinitiative Mayors for Peace.
Anne-Katrin Vetter vom Friedensrat Markgräflerland zeigte in einem beeindruckendem Kaleidoskop auf, worauf es gerade in der heutigen Zeit ankommt:  Anhand von aktuellen Zeitungsmeldungen setzte sie sich insbesondere mit der andauernden Verhamlosung rechter Gewalttäter auseinander, von dem NSU bis zu rechten Umtrieben im  Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr. Und sie forderte die Teilnehmer auf, nicht nur zu reden über Verhältnisse, die zu ändern sind, sondern diese Verhältnisse tatsächlich zu ändern, um eine Welt in Frieden möglich zu machen.
Ostermarsch im Südwesten: Gibt den Teilnehmern Mut, fröhlich und entschieden  einzutreten für eine Welt, die von Waffen nichts mehr hält. Denn das ist für die Menschen am besten.

Grosse Ereignisse kündigen sich an, nicht virtuell, sondern wirklich:

Aus der Ostermarsch Werkstatt ...

... geht es in die Stadt!

Kommt Leute!

Ostermontag ist im Südwesten Ostermarschzeit. Friedensrat Markgräflerland und  DGB Markgräflerland laden auch in diesem Jahr dazu vor die Kaserne der Deutsch Französischen Brigade in Müllheim ein zum Ostermarsch unter Corona. Also: Masken tragen - Abstand halten!!!!

Kommt Leute!

► Plakat download

Entschieden für

 

Frieden

 

 

Am 8. Mai 2021 feiern wir zum 76. Mal den Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus. Nach Ende des von den deutschen Oberen angezettelten 2. Weltkrieges galt in diesem Land als Staatsräson:

 

 

 Nie wieder Krieg!

Heute erklären uns die Regierenden: Dies sei ein geschichtlicher Irrweg gewesen und Kriege zu führen sei wieder ein Mittel der Politik.

Doch nach wie vor wendet sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen neue Kriege, gegen weitere Militarisierung der Politik und immer höhere Militärausgaben.

Was für Kriege ausgegeben wird, fehlt für den Frieden.

 

2021 steigt der Krieghaushalt auf 46,93 Mrd. Euro, mit den versteckten Militärausgaben sogar auf 53,03 Mrd.€. Mehr als die Etats für Bildung und Gesundheit zusammen. Jedem Bundesbürger, ob jung oder alt, kosten  damit Wehr und Waffen bereits 638 Euro, für eine vierköpfige Familie sind das  2552 Euro im Jahr. Und die Bundesregierung will die Rüstungsausgaben künftig nahezu auf zwei Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung (BIP)  verdoppeln. Bis 2024 sind 80 Mrd. Euro geplant. Das sind Milliarden Euro, die im zivilen Bereich fehlen, bei Schulen und Kitas, sozialem Wohnungsbau, Krankenhäusern, öffentlichem Nahverkehr, kommunaler Infrastruktur, Alterssicherung und in vielen anderen Bereichen.

► Flyer download

► Flyer download

Wer Frieden will, darf keine Politik betreiben, die zum Krieg führt!

 Zwar leben wir heute in Deutschland in Frieden. Aber Deutschland selbst setzt 3000 Soldaten seiner Armee in 12 Einsätzen auf 3 Kontinenten ein, die größten Kontingente führen Kriege in Afghanistan und Mali.

Dagegen protestieren wir am Ostermontag mit unserem Ostermarsch 2021 in Müllheim.

Wir wollen Frieden. Nicht nur für uns hier in Deutschland,  nicht nur für die Menschen in der EU, sondern für alle Menschen auf der Erde. Deshalb fordern wir:

Der Waffenhandel soll unterbunden werden. Deutschland und die EU sollen keine Kriege führen und keine Kriege unterstützen! Der Atomwaffenverbotsvertrag soll von Deutschland unterzeichnet werden!

Menschlichkeit statt Barbarei!

Unsere Zukunft hängt nicht nur davon ab, wie wir mit dem Klima umgehen. Entscheidend ist, wie wir miteinander umgehen. Kriege sind barbarisch. Mit Kriegen ist nur ein Gegeneinander möglich, kein Miteinander. Kriege produzieren Leid und machen die Welt unsicher. Eine lebenswerte Zukunft in Frieden und Sicherheit für alle Menschen wird es nur geben, wenn Klimaschutz Hand in Hand mit Abrüstung geht.

Es ist an der Zeit, sich modernen Konfliktlösungen zuzuwenden, die ohne Waffen und Gewalt und ohne wechselseitiges Töten auskommen. Sage niemand, dies sei unmöglich. Das Einzige, was dazu feht, ist der politische Wille die unermesslichen Mittel, die eine gewalttätige Politik für Kriege verschwendet, für die Beseitigung der Kriegsursachen einzusetzen: Soziale Ungleichheit, politisches Unvermögen, Profitgier und Korruption.

► Liederbuch zum Ostermarsch 2021 in Müllheim

Kriege beginnen hier. Stoppen wir sie hier!

 

Die Militarisierung Deutschlands und der EU ist konkret. Die Deutsch-Französische Brigade ist eine der schnellen Eingreiftruppen der EU und der NATO, ausgerichtet zur kriegerischen Intervention überall auf der Welt.  Heute in Afghanistan und Mali. Und morgen?

Deshalb demonstrieren wir am Ostermontag in Müllheim, weil wir nicht wollen, dass von hier aus Kriege geführt werden.

Nie wieder Faschismus!

 

Kriege nach außen, der Kampf jeder gegen jeden im Innern unserer Gesellschaft: Das sind zwei Seiten des Neoliberalismus,  einer Weltanschaung die uns das nimmt, was uns menschlich macht. Die AfD ist als neoliberale Partei entstanden, ausgerichtet gegen Demokratie und Menschlichkeit.

76 Jahre nach der Befreiung von Krieg und Faschismus treten Nazis unter dem Mantel der AfD wieder offen auf.  Rechte Ideologien fördern Feindbilder, Konfrontation und Krieg, im Inneren schüren sie Hass und Gewalt.  Nazi Terror mordet, zuletzt in Hanau.

So entschieden wir für Frieden eintreten, so entschieden treten wir auf gegen Hass, Rassismus und rechten Terror!

und gegen rechte Hetze!

Niezapominajka - das polnische Vergissmeinnicht!

Wir vergessen sie nicht - die Kinder der Zwangsarbeiter, die auf dem Alten Friedhof in Müllheim begraben sind.

► Ostermarsch 2021 in Müllheim

► Warum zum Ostermarsch 2021 in Müllheim?

► Lieder zum Ostermarsch 2021 in Müllheim

► DGB Aufruf zum Ostermarsch 2021



24.Januar: Gedenkveranstaltung anlässlich des Internationalen Gedenktags an die Opfer der Nazis vor dem Jüdischen Friedhof in Müllheim  

24.Januar:                                 Gedenkveranstaltung anlässlich des Internationalen Gedenktags an die Opfer der Nazis                                                          vor dem Jüdischen Friedhof in Müllheim -

Friedensrat bekräftigt antifaschistischen Konsens

Am 27. Januar 2021 jährt sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 76. Mal.
Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt.

Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden und anderen Menschen, die rassistisch oder politisch ausgegrenzt  und ermordet wurden.
Auschwitz ist das Kainsmal der deutschen Geschichte.

Der 27. Januar ist kein Feiertag im üblichen Sinn. Er ist ein "DenkTag": Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft. Und er ist ein Tag des Handelns: Heute werden von rechten Kräften und Neonazis die Verbrechen der Nazis entschuldigt und verharmlost.
Deshalb bekräftigt der Friedensrat Markgräflerland  den antifaschistischen Konsens unseres Landes:
Nie wieder Faschismus! - Nie wieder Krieg!
Um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen lädt der Friedensrat Markgräflerland für Sonntag, den 24.Januar 2021 um 15 Uhr ein zur Gedenkveranstaltung an die Opfer der Nazis vor den Jüdischen Friedhof in Müllheim
(Schwarzwaldstraße/Im Nußbaumboden)

► hier das Plakat zum download

► Auschwitz - Tag 2021 im Markgräflerland

► Informationen über das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau  

Wer von den Opfern spricht, darf zu Tätern nicht schweigen

► Markgräflerland unterm Hakenkreuz

Seit einigen Jahren ruft der Friedensrat Markgräflerland in Müllheim zu einer Veranstaltung anlässlich des Internationalen Gedenktags für die Opfer der Nazis am Sonntag vor dem 27. Januar auf, um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen. In diesem Jahr ist dies Sonntag, der 24. Januar.

Auschwitz Gedenken im Markgräflerland
Erinnern genügt nicht: Entschieden handeln gegen rechts!

Zum Jahrestag der Befreiung des Nazi Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 hatte der Friedensrat Markgräflerland zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Gelände vor dem Jüdischen Friedhof in Müllheim eingeladen.
Auf langen, schwarzweiß gestreiften Stoffschals, die an die Kleidung von KZ - Häftlingen erinnern, waren auf einem gelben Stern Namen der von den Nazis ermordeten jüdischen Menschen aus Müllheim und Badenweiler verzeichnet. Und die Namen und Bilder der Kinder aus Izieu. In diesem kleinen Bauerndorf über dem Rhone Tal kamen in einem Heim zeitweilig jüdische Kinder unter, bis sie im April 1944 von Wehrmacht und Gestapo brutal verhaftet, nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden.
Und es waren Fotos von in den Konzentrationslagern gequälten Menschen zu sehen sowie erschütternde Kurzberichte von Menschen, die das das Grauen der Nazi Vernichtungslager überlebten.
Ulrich Rodewald vom Friedensrat hob in seiner Ansprache hervor, daß es an diesem Tag  darum gehe, aller Opfer der Nazis zu gedenken. Opfer der Nazis waren vor allem, aber nicht nur jüdische Menschen.
Verfolgt wurden Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Jeder und jede, die sich der faschistischen ideologie entgegenstellte oder ihr nicht genehm war. Verfolgt wurden Sinti und Roma. Verfolgt wurden homosexuelle Menschen. Verfolgt und ermordet wurden Menschen, deren Leben von den Nazis als "unwert" betrachet wurden.
Rodewald erinnerte auch an die Menschen im Markgräflerland, die sich mutig den Nazis entgegenstellten und dafür ermordet wurden oder in Konzentrationslager oder Zuchthäuser eingesperrt wurden. So Otto Weis und Gustav Oberst aus Müllheim, die inhaftiert wurden, weil sie sich gegen die unmenschliche Behandlung polnischer Kriegsgefangener einsetzten. Otto Weis verstarb unmittlbar nach seiner Haftentlassung an den Folgen seiner Haft. Und Emma Kübler aus Badenweiler, die als Zeugin Jehova den Hitlergruß verweigerte und dafür in ein Konzentrationslager verschleppt wurde und ebenfalls an den Folgen der Haft verstarb.
Und Emma Kübler aus Badenweiler, die als Zeugin Jehova den Hitlergruß verweigerte und dafür in ein Konzentrationslager verschleppt wurde und ebenfalls an den Folgen der Haft verstarb.
Wenn dieses Gedenken aber nicht  hohl werden solle, dann gegnüge es angesicht der erstarkenden rassistischen und neonazistischen Kräfte nicht, zu erinnern an vergangene Greuel. Vielmehr müsse daraus aktives Tun gegen Rassismus und völkischen Nationalismus erwachsen.

An die zahlreichen Teilnehmer wandte er sich mit der Bitte, es nicht beim Zuhören zu belassen, sondern mitzuhelfen, "dass die überall aufkeimende, rassistische, braune Stimmung keine Chance hat. Lassen wir es nicht so weit kommen, dass Nazis hier wieder Terror, Angst und Schrecken verbreiten können, stehen wir auf für Frieden und Menschlichkeit."

Auch bei den anstehenden Wahlen.

So berichtet die "Oberbadische" über unsere Veranstaltung

Bericht in der "Badischen Zeitung"

Das Müllheimer Amtsblatt "Hallo Müllheim":

Wir haben mit der Vorbereitung dieser Veranstaltung begonnen und laden mit diesem Plakat zur Teilnahme ein:

Unsere Plakate werden vorbereitet ...

 ... und warten auf ihre Verteilung in der Stadt.

Verladen auf unser AktionsFahrrad...

...  findet das erste Plakat seinen Ort

Auschwitz Tag 2021 in Müllheim

 



 

Otto Freundlich                          Kosmischer Regenbogen

 

      Ein friedvolles Jahr 2021

 

„Wir werden von denen verstanden werden, für die wir kämpfen.“

                                                                                                                                                             Otto Freundlich

Otto Freundlich kam im einstigen Ostpreußen und heutigen Polen am 10. Juli 1878 in Stolp / Słupsk als Sohn des Speditionsinhabers Emil Freundlich zur Welt. Die deutsche Familie jüdischer Herkunft war – wie viele andere Familien damals auch – zum  Protestantismus konvertiert. Diesen Konformismus lehnte Freundlich zeitlebens ab.

 Nach der Revolution von 1918 in Deutschland wurde er als Mitglied der Novembergruppe politisch aktiv und organisierte 1919 zusammen mit Max Ernst und Johannes Theodor Baargeld die erste Dada-Ausstellung in Köln.

1925 siedelte Otto Freundlich endgültig nach Paris um.

Als 1939 die  Nazis den Zweiten Weltkrieg entfesselten, glich Otto Freundlichs Schicksal dem vieler anderer jüdischer deutscher Einwanderer. Französische Behörden steckten ihn in mehrere Lager für Angehörige feindlicher Nationen. Doch durch die Intervention von Künstlerfreunden, allen voran Pablo Picasso, kam Otto Freundlich im Mai 1940 auf freien Fuß, und nahm Zuflucht in Saint-Paul-de-Fenouillet in den Pyrénées-Orientales.

 Um mehr Sicherheit zu gewährleisten, zog Freundlich mit seiner Frau Hannah Kosnick-Kloss von einem Dorf in ein anderes und suchte bei einer Bauernfamilie Zuflucht in St-Martin-de-Fenouillet. Doch der Aufschub war von kurzer Dauer.

Am 23. Februar 1943 wurde Freundlich denunziert. Freundlich wurde verhaftet, kam in die Lager Gurs und Drancy und wurde am 4. März in das Vernichtungslager Sobibor (Polen) deportiert. Er wurde dort noch am Tag seiner Ankunft am 9. März im Alter von 65 Jahren ermordet.



Wer immer hier Hand angelegt hat, wen immer er gemeint hat: Uns gefällts!


 

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